Aktuell
„Die Affen rasen“

Die Kinder rasen durch den Wald, der eine macht den andern kalt,
die ganze Lehrerbande brüllt:
Wo sind die Ki–nder, wo sind die Ki-nder, wo sind die Kinder hingerannt? ...
Frau Willscher fragt sich jederzeit, wo denn die Kinder nur so bleim,
die ganze Lehrerbande brüllt: …
Herr Lüders reist jetzt um den Wald, der Schweiß läuft ihm jetzt bis zum Hals,
die ganze Lehrerbande brüllt: …
Im Wald bei Sprötze gibt’s nen Guss, die Kinder rasen voll Genuss,
die ganze Lehrerbande brüllt: …
Text: Die „Five Friends“, Klasse 5c
Wattwurm auf die Hand

Auch wenn die Wattwanderung nicht wie geplant zur Hallig Oland gehen konnte, weil der Sturm den Wasserstand auf 1,50 m über NN hochpeitschte, haben wir uns doch die eine Muschel oder andere Schnecke als Mitbringsel aus dem Meer ergattert. Wer wollte, konnte auch einen Wattwurm auf die Hand nehmen. Manches davon hat vielleicht die Eltern erschüttert wegen des Gestanks nach Verwesung im Koffer - oder waren das die durchgeschwitzten Socken? ;-)
Auch wenn wir nicht wie geplant Bernstein schleifen konnten, weil der Veranstalter sich ob unseres großen Interesses überfordert fühlte, haben wir doch auf der Rallye durch das Naturkundemuseum so Spannendes wie kämpfende Krebse im Aquarium, im UV-Licht leuchtende Mineralien und Bienen bei der Arbeit mit ihrer Königin im Bienenstock beobachten können. Und die gemeinsame Party beider Klassen am letzten Abend wurde von einem gigantischen Sonnenuntergang über dem Fußballplatz gekrönt, sodass die weniger tanzwütigen Jungen bis zuletzt ihrem Hobby frönen konnten. So sind wir heil und mit vielen neuen Eindrücken von unseren Eltern wieder in Empfang genommen worden.
Ha, 27.8.2010
Herzlich willkommen in der Familie und alles Gute

Wenn kleine Mäusetrupps mit neugierigen Augen durch die Schulgebäude huschen und auf der Schulrallye nach Bibliothek, Sekretärinnen, Hausmeister und anderen wichtigen Anlaufstellen fahnden, liegt die feierliche Begrüßung der „Neuen“ mit Messe und Musik, noch mit den schützenden Eltern im Hintergrund, schon einen Tag zurück. Dem Klassenlehrertag folgte heute der erste „echte“ Schultag mit unglaublich vielen, verschiedenen Lehrern (fast für jedes Fach ein anderer…). Nicht wenige der Neuen gehörten dank älterer Geschwister an Sankt Ansgar schon länger zur Familie, nun gehören auch die „ganz Neuen“ endlich dazu und alle werden von ihren fürsorglichen Paten aus den achten Klassen unter die Fittiche genommen. Wir wünschen ihnen einen guten Anfang, gute Freunde sowie genügend geistige Abenteuer und wir danken ihnen für ihre ansteckende Offenheit, Spontaneität und Neugier.
ag | kk 24.8.10
Israel in Lüneburg

Nachdem sich das Wetter zur Freude der Reisenden gebessert hatte, konnte die Rallye dann auch beginnen. Beim Erledigen der Aufgaben gab es sowohl für die israelischen, als auch für die heimischen Schüler viel zu sehen und zu erfahren. Neben dem historischen Rathaus waren auch die Kirche und der alte Hafen für alle sehr interessant.
T. Tilly
Ein Herz aus Fleisch und die richtigen Laktatwerte

St. Sophien/St. Ansgar, 19.08.10; tatsächlich ist es etwas Besonderes, das Schuljahr mit einer Messe beginnen zu können, wie Pater Adler während der Unter- und Mittelstufenmesse in St. Sophien bemerkte – man kann sich, z. B. in Analogie zur Fußballsaison Ziele setzen („Meisterschale oder Klassenerhalt“) oder die eigene conditio humana bedenken und über die Entwicklung zur ganzheitlichen Person nachdenken wie in der Oberstufenmesse. Nachdem selbst die Welt des Sports seit einiger Zeit die „mentale Dimension“ entdeckt hat, sollten Schulen, immerhin Institutionen für geistige Bildung, Zeiten bereitstellen, in denen sich die Hauptbeteiligten „einstellen“ können auf den nächsten Spielzyklus. Seit Jahren leisten wir uns diesen Luxus, dessen Nutzen kaum evaluierbar erscheint, der aber regelmäßig zur heiteren Stimmung am ersten Schultag beiträgt und neugierig auf das Kommende macht.
ag | kk 19.8.10
Schulplaner 2010/2011

Der neue SAS-Schulplaner ist da und kann zunächst ausschließlich bei den Klassenlehrern oder bei der Öffentlichkeitsarbeit (Kamphues) für 5,- Euro erworben werden.

Die Klassen 6 bis 9 feiern ihren Gottesdienst in St. Sophien, Barmbek
Treffen vor der Kirche 8.45 Uhr
Die Klassen 10 bis 12 feiern im Kleinen Michel (Hamburg Neustadt)
Treffen vor der Kirche: 8.45 Uhr
Anschließend ist bis 12.30 Uhr Klassenlehrerunterricht. Danach unterrichtsfrei.
Am Freitag findet der Unterricht nach Plan (neue Unterrichtszeiten! - Informationen hier) statt.
Im Unterschied zum Rest der Schule fängt für die neuen 5. Klassen das neue Schuljahr erst am Montag, den 23. August an.
Wir beginnen um 8.30 Uhr mit einem Gottesdienst in Herz Jesu Hamm
wir wünschen einen guten Start ins neue Schuljahr
Kollegiumsausflug ins Witthüs

Während es das Witthüs in Kampen auf Sylt seit einiger Zeit nicht mehr gibt, treffen sich hier Künstler, Hamburger und Touristen zum Kaffee, zum Brunch oder zum leckeren kleinen Menü am Abend.
Gegenüber die renommierte Lola-Rogge-Tanzschule in ihrem wunderbaren Hansen-Bau. Ein herrlicher alter Baumbestand rundet das Bild hier oben auf dem Geesthang der Elbe ab. Wirklich etwas ganz Besonderes.
Gegen 18 Uhr fahren wir mit der S1 oder der S 11 nach Hause, denn: das Halbfinale wartet am Abend im Fernsehen… Schön, dass fast alle Kolleginnen und Kollegen dabei sein werden. Ein Dank an unseren Arbeitgeber, der diesen Betriebsausflug unterstützt, sowie an Frau Dr. Meyer zu Natrup und Herrn Krumrey, es hat Spaß gemacht, mit euch im Team den Ausflug vorzubereiten.
Helge F. Sturm | kk
P.S. Und morgen ist der letzte Schultag…………………….
Berufsorientierungsmarathon

Der Prophet gilt nichts im eigenen Land
oder
„Nun latsch´ ich zu acht Veranstaltungen und weiß immer noch nicht, was ich werden will!“
„Berufsorientierungsmarathon“: Wenn es auch in diesem Jahr kein Vollmarathon war wie 2009, dem Doppeljahrgang, so kam es einem Halbmarathon doch nahe. Unsere Schülerinnen und Schüler konnten von Montag, dem 28.06., bis Freitag, dem 2.07.2010 insgesamt in über dreißig Veranstaltungen – Workshops, Referaten und Diskussionen – mit über 800 einzelnen Angebotsplätzen an ihrer Berufs- und Lebensplanung basteln, sich informieren, fortbilden, Nägel für ihre Zukunft einschlagen. – Noch ein Jahr – und der Ernstfall nach zwölf oder 13 Jahren Schule beginnt: Duale Ausbildung, Studium oder Duales Studium, Au pair, Soziales Jahr, Bund o.Ä. – Vorstellungen sehr verschiedener Berufsfelder und Studiengänge, auch einige Besuche in Hochschulen und Fachhochschulen sollen unsere Schülerinnen und Schülern darin unterstützen, den für sie passenden Beruf zu finden. Ein besonders herzliches Dankeschön an die über vierzig Referentinnen und Referenten, die ich für diese Berufsorientierungstage gewinnen konnte, die in gründlicher Vorbereitung und ohne jedes Honorar mit ihrer Man-Power in diese Berufsorientierungswoche investierten. Viele Vorbereitungsstunden für Vorträge, power-point- Präsentationen und Workshops trugen zu einem guten Gelingen bei, viele Mails gingen hin und her, das Telefonohr war geschwollen. Naturwissenschaften waren bei den Schülerinnen und Schülern unseres ersten Profiljahrgangs deutlich stärker gefragt als in den vergangenen Jahren, und ich musste kurzfristig einige zusätzliche Veranstaltungen organisieren. Daneben fanden Berufe rund um alles Kreative, Jura, Berufe rund um „Hamburg-Airport“, Medizin und IWMM besondere Nachfrage. Was ist IWMM? Irgend(et)was mit Medien. Na klar.
Der Prophet gilt nichts im eigenen Land. Ich bin auch in diesem Jahr wieder überrascht, wie unterschiedlich junge Menschen diese Berufsorientierungswoche wahrnehmen; viele sehen sie als Chance, sind neugierig, lassen sich inspirieren und motivieren. Viele sind einzelnen Veranstaltungen, die etwas länger dauern könnten, sehr kritisch gegenüber, wünschen sich mehr Freizeit in dieser Woche, mehr Zeit für ihren Job, sehen Einblicke in ganz andere Welten und anders geartete soziale Zusammenhänge als vergeudete Zeit an; einige sind gar nicht neugierig, wenn es nicht um ihre primären Interessen geht. Möchten auch kein Portfolio anfertigen, sehen ein Zertifikat der Schule in diesem Bereich als überflüssig. „Bringt ja keine Punkte fürs Abi.“ An dieser Stelle möchte ich die Schülerinnen und Schüler, die im August mit ihrem ersten Semester an der SAS beginnen, bitten, sich bei mir zu melden, um bei der Vorbereitung der Berufsorientierungswoche 2011 mitzuwirken. Damit kann man vielleicht einigem Schülerfrust vorbauen, und ich kann mir auch so manchen Frust ersparen, denn: Manchmal gilt der Prophet nichts im eigenen Land bzw. in der „eigenen“ Schule. Gefreut habe ich mich über viele interessante Feed-back–Gespräche mit einzelnen Schülerinnen und Schülern, Kolleginnen und Kollegen und unseren Gästen.
„Nun bin ich zu acht Veranstaltungen gelatscht und weiß immer noch nicht, was ich werden soll!“ Man kann davon ausgehen, dass ein gut ausgebildeter Schüler mit einigermaßen gutem Notendurchschnitt in einem Hochleistungsstandort wie Deutschland mindestens dreißig (!!!) Berufsausbildungen und/oder Studiengänge angehen kann, für die er sehr gut geeignet sein dürfte… Da erübrigt sich ein Kommentar zum Einleitungszitat. Man kann unendlich viele Angebote machen: Orientieren und entscheiden muss sich jede/r Einzelne selber.
Ich möchte mich an dieser Stelle sehr herzlich bedanken für all die Unterstützung, die ich im vergangenen halben Jahr während der Vorbereitung dieser Berufsorientierungswoche bekommen habe: bei zahlreichen Freunden, Bekannten, Vertretern der Hamburger Wirtschaft und Hochschulen und last but not least bei einigen Kolleginnen und Kollegen sowie bei Regina Lemkau und Gabriele Faltermeier aus unserem Schulbüro, auf deren kompetente und freundliche Art ich von den Gästen unserer Schule immer wieder angesprochen werde. Und dem Mann, der beim entfernten Auftauchen von Problemen und Schwierigkeiten immer sagt: „Herr Sturm, es geht alles. Kein Problem!“ Das ist – natürlich – Herr Brühl.
Helge F. Sturm | SASfilmAG
It never rains in California

Ha, 25. Juni 2010
„Auf in die Fluten des Lebens“ – Abiturienten-Tsunami in Dom und Audimax

Schon der Schritt zum zweiten Teil der Feier verlangte die Querung eines sehr hamburgischen Gewässers, der Außenalster. Die Verleihung der Abiturzeugnisse fand nämlich im Audimax der Universität Hamburg statt, die unser Abiturienten-Tsunami bis zur Empore füllte. Souverän und freundlich geleiteten uns zwei weitere Abiturienten, Natalie W. und Mathias P., als Moderatoren durch einen heiter-nachdenklichen Auftakt mit Schulleiter-, Lehrer- und Schülerrede. Herr Stolze erinnerte daran, dass „Geld allein zwar nicht unglücklich macht“, aber einem Ansgarschüler als einziges Kriterium der Berufswahl nicht genügen dürfe. Herr Sturm – nomen est omen – fügte der Seefahrt-Allegorie weiteren Antrieb hinzu und verwies auf den Scorpions-Song „Winds of Change“, Charlotte P. und Philipp H. feierten das Erreichen des „höchsten Abschlusses allgemeinbildender Schulen in der Bundesrepublik“ als kleine Heldentat. Die Teilhabe der Eltern, Lehrer und der anderen Mitarbeiter der Schule wurde ebenfalls gewürdigt und ein besonderer Dank ging an die „Oberstufenmutter“ Frau Hüßner. Vor dem Höhepunkt der gut organisierten Mammutveranstaltung, der Verleihung der Abiturzeugnisse, wurden Auszeichnungen verliehen: für Mitglieder des Physik-Leistungskurses von der Deutschen Physikalischen Gesellschaft, Preise für Mitglieder der SAS-Band und Bigband, des Orchesters und des Chores. Schließlich erhielten diesmal drei Abiturienten den Pater-Heinrich-Köster-Preis für besonderes soziales Engagement. Für den musikalischen Rahmen sorgte die Bigband.
Die eigentliche Überreichung der Zeugnisse mit Gratulation durch Oberstufenkoordinatorin, Schulleiter und Tutoren zeigte noch einmal, wie viele Schülerinnen und Schüler, die unser Gymnasium über die Jahre mit geprägt haben, wir auf einmal verlieren – bleibt nur zu hoffen, dass sie auch im Altschülerclub vor Anker gehen.
ag | kk
Vorsicht Baustelle
Muss denn gestorben werden?

SAS, Pausenhalle, 4.6.2010.
Die Kraft der Fantasie vermag fast alles. So antiquiert-romantisch klingt diese Idee in unserer scheinrationalen, kalt-vernutzten Welt nicht mehr, seit finanzwirtschaftliche Fantasieprodukte zu pekuniären Atombomben mutierten. Belbels Tragikomödie ‚Ein Augenblick vor dem Sterben‘ reißt keinen ökonomisch-politischen Horizont auf, wohl aber einen gesellschaftskritischen.
Der 1963 nahe Barcelona geborene, auf Katalonisch schreibende Autor schildert in sechs in eine Rahmenhandlung gebetteten Szenen, wie der Mangel an Gutem zum vorzeitigen Sterben führt: Ein Drehbuchautor kann seine Schreibblockade nur mit einer Handlungsidee überwinden, die seine fiktiven Figuren zu toten Marionetten degradiert; eine um den Ruf der Familie besorgte Schwester kann ihren drogensüchtigen Bruder nicht retten, weil sie glaubt, die Allmacht des Geldes könne menschliche Fürsorge ersetzen; eine gefühlskalte Mutter hält die Vermittlung von Benimm-Regeln schon für Erziehung und sieht dem Sterben ihrer an einem Stück Hühnerfleisch erstickenden Tochter tatenlos zu; ein einsamer Krankenhauspatient erleidet eine Lungenembolie und erreicht den rettenden Alarmknopf nicht mehr; eine alternde Alkoholikerin telefoniert vergeblich nach Hilfe und tötet sich mit einer Überdosis Tabletten; eine pflichtvergessene (bei Belbel eher eine pflichtversessene) Polizeistreife überfährt einen Motorradfahrer und ein Auftragskiller lässt sich vom um Gnade bettelnden Opfer nicht erweichen. Der Zuschauer sieht hilflos einem Kaleidoskop nihilistisch anmutender Alltagszenen zu. Dann aber greift die Fantasie ein.
Das Mordopfer ruft wiederum zu Gott, findet aber nun die richtigen Worte. Die Szenen spielen sich erneut ab, in umgekehrter Reihenfolge, mit anderem Ausgang, die nihilistischen Eisberge verbinden sich zu einem tragfähigen Kontinent, in einer „Rettungskette“ werden die Geretteten zu Rettern der anderen bis hin zum Rahmen: Die Frau des Drehbuchautors fordert von diesem ein Stück, das sich den wahren, leidenden Menschen zuwendet. Die Botschaft erscheint simpel, doch der Schlussakkord klingt in Moll.
Nicht nur das Thema und die über dreistündige Aufführung, auch die äußeren Bedingungen verlangten den Zuschauern einiges ab. Die wegen der Baumaßnahmen verkleinerte Pausenhalle war dicht mit erhitzten Besuchern besetzt und der lang herbeigesehnte Hamburger Frühsommer half wie das Stück zur Erkenntnis, dass die Hölle nicht kalt sein kann. Zum Glück war dies Thomas Brauers zwanzigstes Theaterprojekt und mit der Souveränität langjähriger Erfahrung machte seine Inszenierung aus der Not eine Tugend. Die quadratische Bühne rückte in die Mitte des Publikums, so wie im Stück der Tod inmitten des Lebens steht. Dies zwang zur Einfachheit, zur Minimierung der Kulisse, die zur Aussage führte, statt abzulenken. So zeigten die vielen Telefone der Alkoholikerin, wie wenig technische Kommunikation nützt, wenn die anderen nur scheinbar überall erreichbar sind. Auch die Interpretation der Rollen trug den Umständen Rechnung: Die Akteure redeten, den Kreis ihres inneren Käfigs ausschreitend, eher die Zuschauer als ihre missachteten Mitmenschen an. Während der umwerfend komischen Polizeistreifen-Szene wendeten sich die auf Drehstühlen sitzenden Beamten nach jeder Kurve einem anderen Publikumsblock zu. Alle Darsteller spielten auf hohem Niveau, so dass es schwerfällt, einzelne Leistungen herauszuheben. Dennoch dürfen die zutiefst anrührende Intensität, mit der Franziska Eberenz das schizophrene Leiden einer vereinsamten, alkoholabhängigen Frau verkörperte, die entwaffnende Frechheit, mit der Olivia Spyth das Ringen einer pubertierenden Tochter um die Liebe ihrer Mutter darstellte, und die Souveränität, mit der Friederike Wrobel den Umschlag der autistischen Gefühlskälte des Auftragskillers in einen aggressionshemmenden Aufbruch von Mitgefühl meisterte, nicht unerwähnt bleiben.
Wer das Stück erlebte, weiß, warum das darstellende Spiel integraler Bestandteil schulischer Bildung ist. Den teilnehmenden Schülern ist die Chance geboten, die Macht der Fantasie am eigenen Leib zu erfahren, eine Welt herbeizuspielen, in der sich – nach dem Glauben der Romantiker – die Wege kreuzen: von diesem Leben in jenes, aus der Nacht ins Licht. In diesem Halbdunkel wird Schule zum romantischen Ort.
ag
Debatte im Körber Forum um den Afghanistan-Einsatz

I.d.S.v. Dr. Meyer zu Natrup | Fotos von Jann Wilken/Körber Stiftung
Musikcocktail - Teil 1
Blick zurück – Blick nach vorne

Helge F. Sturm | kk
2. Ökumenischer Kirchentag

Jessica Calcada 10a | Foto: Maximilian Rychter 10c
Castingstars und Heilige

und von der Masse bejubelten neuen Vorbilder tatsächlich wertvolle Referenzgestalten für
die eigene Lebensorientierung? Helfen sie uns tatsächlich zur Vertiefung unserer Biographie? Können wir an ihnen wachsen so wie an den Heiligen, die ihr Leben in der Nachfolge Jesu verstanden haben?
Um Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen neuen und alten Lichtgestalten ging es in einer Veranstaltung in der Katholischen Akademie, zu der alle Schüler der Profiloberstufe
geladen waren. Angestoßen durch einige filmische Ausschnitte aus Casting-Shows diskutierten das Thema mit den Schülern in Kleingruppen (Religionskurse) sowie auf dem Podium die Schauspielerin Souzan Alavi, die Direktorin der Stage School Hamburg Kim Moke, die Studienleiterin der Katholischen Akademie Dr. Veronika Schloer, der medienerfahrene Kapuzinermönch Bruder Paulus Terwitte sowie der Kirchenhistoriker Prof. Dr. Dr. Hubertus Lutterbach, der auch einen Input-Vortrag über „Heilige Menschen“ beisteuerte.
Zwar gab es keine eigentlichen Kontroversen und hitzigen Debatten, aber die unterschiedlich akzentuierten Zugänge der Gäste über die eigene Erfahrung im Showgeschäft oder aber die wissenschaftliche Beschäftigung mit der vormodernen und zeitgenössischen Heiligenverehrung waren ein einladender Impuls der Frage nach der eigenen Identität und den Vorbildern für die eigene Lebensorientierung neu bzw. vertiefend nachzugehen.
Jürgen Brinkmann, Beauftragter für die Seelsorge und Religionslehrer im Profil „Leib & Seele“
Pamplona - es kam alles ganz anders

Am 26. Februar pünktlich um 9.00 Uhr fanden wir uns alle am Terminal 1 des Hamburg Airports ein. Von dort aus wären wir über Palma de Mallorca nach Bilbao geflogen und von dort mit einem Reisebus weiter nach Pamplona gefahren. Nachdem wir alle eingecheckt hatten, sich das Abfluggate geändert hatte und wir dann endlich in der Maschine saßen, startete das Flugzeug nach Mallorca. Der Flug war ruhig und es gab keine Turbolenzen, doch nach circa eineinhalb Stunden Flugzeit, wir befanden uns zu dem Zeitpunkt an der Grenze zum französischen Luftraum, meldete sich unser Pilot mit der Durchsage an uns, dass die französischen Fluglotsen streiken und der Airberlinmaschine den Überflug verbieten würden.
Fortsetzung
Zu Wasser und zu Lande

Vom 12.-16. April fanden die diesjährigen Besinnungstage der Abiturientia statt: kein leichtes Unterfangen ca. 200 Schülern ein interessantes Angebot zu machen! Kreativität und Organisationsgeschick waren nötig, um diese pastorale Herausforderung zu meistern - vor allem aber die Unterstützung durch externe Referenten. Mit neun teils sehr unterschiedlich akzentuierten Veranstaltungen konnten wir schließlich aufwarten, darunter ein spiritueller Segeltörn auf hoher See, Schweigexerzitien an der Nordsee, Aufenthalte im Umfeld von Klöstern, religiöse Theater- und Filmprojekte.
Im Namen der Sankt-Ansgar-Schule möchte ich mich ganz herzlich für den externen „Support“ bedanken:
- bei der Katholischen Jugend Hamburg und dem Diözesanjugendpfarrer Bergner sowie bei Bildungsreferent Proske
- bei der Katholischen Jugend Mecklenburg mit Jugendpfarrer Emeka und Jugendbildungsreferent Manthey
- bei den Dominikanern in Barmbek mit Pater Laurentius
- bei den Benediktinern in Nütschau mit Bruder Johannes
- bei den Benediktinern in Gerleve (b. Münster) mit Pater Norbert
- bei den Jesuiten in Hamburg mit Pater Adler und Frater Recktenwaldt
- bei unseren ehemaligen Schülerinnen und Schülern Marta Wiczling, Lena Rehaag,Bianca Nguyen und Matthias Schultz
- beim mir namentlich nicht bekannten Skipper der „Amazone“
Dank auch an die internen Referenten und Begleiter:
Hr. Faupel, Hr. Vehmeyer, Hr. Dr. Wegemund - Fr. Dr. Berling, Hr. Dührsen, Hr. Kamphues, Hr.Klein, Hr. Krumrey, Hr. Niemeyer, Hr. Prochel
Nicht zuletzt gilt mein Dank Frau Hüßner für die ideelle und konkrete organisatorische Unterstützung bei diesem Mega-Projekt!
Jürgen Brinkmann, Beauftragter für die Seelsorge
Hitzacker 2010

Hitzacker 2010 – Erster Teil
Hitzacker 2010 – Fortsetzung
Hitzacker 2010 – Trailer drei

Wozu Bungee-Jumping? Wir fahren auf Besinnungstage

Drei Tage Ausstieg aus dem Schulalltag kosten zwei Unterrichtstage, doch die Investition ist gut angelegt: Der Unterricht in einer ihrer selbst bewussteren Klasse wird leichter und effektiver, die angestoßenen individuellen Reifeprozesse bemerkt der Deutschlehrer zum Beispiel in der Charakterisierung literarischer Figuren. Die Schüler selbst geben den Besinnungstagen in der Abschlussreflexion zumeist Höchstnoten, und selbst den wenigen Enttäuschten ist vieles klarer geworden.
Immer wieder müssen wir unser Leben in die Hände anderer legen – um diese Erkenntnis kommt selbst der mutigste Bungee-Springer nicht herum, der darauf vertrauen muss, dass sein Gewicht und die Haltekraft des Seils vom Experten aufeinander abgestimmt wurden. Umgekehrt müssen wir uns immer wieder bewusst machen, dass wir für andere Verantwortung tragen, damit die, die fallen, sanft gehalten werden und nach dem wirklichen Sturz in ein neues Leben gehen können.
ag
Diskutieren auf Augenhöhe

Seminartag für das zweite Semester
Während der Elternsprechtage Mitte Februar finden auch in diesem Jahr für die Schülerinnen und Schüler der achten Klassen und des zweiten Semesters berufsorientierende Veranstaltungen statt.
Die Schüler der achten Klassen absolvieren in sehr unterschiedlichen Unternehmen in Hamburg ihr Schnupperpraktikum: Rechtsanwaltskanzleien, Großunternehmen sehr unterschiedlicher Ausrichtungen in den Bereichen Industrie und Dienstleistungen, kleine Handwerksbetriebe, Verwaltung, Architektur, Vertrieb u. v. a. stellen auch in diesem Jahr einen Praktikumsplatz für unsere Achtklässler zur Verfügung. Unsere Schüler können hier ihren ersten Kontakt mit der Wirtschaft und Industrie schließen, ein bisschen Luft außerhalb der Schulstube schnuppern, eine gute Vorbereitung auf das Betriebspraktikum im Jahr 2011. – Die jungen Leute haben in den kommenden Wochen Zeit, ihre Firmen in kleinen Präsentationen innerhalb des PGW-Unterrichts vorzustellen und ihren Mitschülerinnen ihre Erfahrungen mitzuteilen.
Ca. 50 % unserer S-2-Schüler besuchten im Haus Rissen ein Seminar zur sozialen Marktwirtschaft mit Frau Dr. Meyer zu Natrup (siehe unten), die andere Hälfte setzt sich in der Schule mit Anforderungsprofile und Chancen der dualen Ausbildung und des dualen Studiums auseinander.
Die beiden Referenten sind nur wenig älter als die TeilnehmerInnen. Christof Madejewski, Abitur 08 an der SAS, hat sich auf die Präsentation und Diskussion in „seiner“ alten Schule sehr präzise und umfassend vorbereitet. In seiner freundlichen, zugewandten, selbstbewussten Art gewinnt er sehr schnell das Interesse seiner ZuhörerInnen: Er berichtet sehr lebendig und anschaulich über den Alltag eines Azubis in einem der größten weltweit agierenden Hotelkonzerne, bei Accor, über Rechte, Pflichten, Karrierechancen, den Umgang mit Vorgesetzten und Gästen. Und ganz am Rande über das total untergeordnete Thema „Gehalt“…
Stefan Bammel, Abiturjahrgang 2006, Schüler des Käthe-Kollwitz-Gymnasiums in Salzwedel in Sachsen-Anhalt, informiert über das duale Studium: Studium an der HSBA (Hamburg School of Business Administration) in der Hamburger Innenstadt in Kombination mit der praktischen Ausbildung in einem Unternehmen, hier der Haspa. Das teure Studium (ca. 650,- Euro pro Monat) wird weitgehend vom Unternehmen finanziert; so muss ein Haspa/HSBA-Student nur 50,- Euro persönlich von seinem Gehalt finanzieren, das Studium dauert drei Jahre, am Ende steht der Bachelor. Es macht Spaß, Stefan Bammel, zuzuhören, wenn er begeistert, engagiert, kritisch über seine Arbeit in der Bank und von den Vorzügen, den Anforderungen an der HSBA berichtet.
Die Schüler hören mit Interesse zu, stellen Fragen, diskutieren auf Augenhöhe, sind neugierig; verabschieden die Referenten schließlich mit einem herzlichen Applaus.
Die beiden Referenten verstehen sich offenbar sehr gut miteinander, ergänzen sich, haben Freude an ihren Vorträgen und den Diskussionen mit unseren Schüler. – Am letzten Dienstag im Juni erwarten wir die beiden wieder in unserem Haus, dann kommen die Zuhörer von heute in den Genuss des Seminartages zur Sozialen Marktwirtschaft, während die andere Hälfte das Vergnügen hat, sich über duale Ausbildung und duales Studium bei Stefan Bammel und Christof Madejewski zu informieren. Ein besonderer Dank an Frau Dr. Meyer zu Natrup und Herrn Schulz, die diesen Seminartag mit ermöglicht haben; Dank an unseren Förderverein und die Stiftung von Frau Dr. Leenen, die die Veranstaltung im Haus Rissen subventioniert haben.
Helge F. Sturm
workshop: Kompaktkurse Soziale Marktwirtschaft

Im Haus Rissen untersuchten die Schülerinnen und Schüler, inwiefern die größte Krise seit 1945 eine Krise der Sozialen Marktwirtschaft bedeutet. Die Rissener Dozenten Jasna Makdissi und Johannes Klocke luden dazu Herrn Multerer von der HSH-Nordbank, den Obmann im Parlamentarischen Untersuchungsausschuß Herrn Waldowsky (GAL) und Herrn Moritz vom Mittelstand Deutscher Unternehmer ein.
Fragen, wie die soziale Kluft in Deutschland wächst und welche Bevölkerungsschichten besonders unter der Wirtschaftskrise leiden, bearbeiteten die Schüler intensiv in Arbeitsgruppen.
Von besonderem Interesse aber blieben die Strukturen der Finanzindustrie. Die Schülermoderatoren Ahad M. und Markus H. hatten es angesichts der Überlegungen, ob die gesellschaftliche Verantwortung der Privatwirtschaft die Soziale Marktwirtschaft rettet, mit den so unterschiedlichen Gastbeiträgen wahrlich nicht leicht. Jeder Fernsehtalk verblasste im Vergleich zu den Disputen, denn die brennendsten Fragen wie z.b. die persönliche Haftung von Managern und das internationale Bankensystems waren den Schülerinnen und Schülern durch eine gute Vorbereitung vertraut.
In der Pause bot das Haus Rissen beste kulinarische Stärkung, auch dank der Stiftung "Füreinander" und dank des Freundeskreises der SAS, die uns beide die Finanzierung dieses workshops sicherstellten.
Die Geschäftsführerin von "Füreinander", Frau Dr. Leenen, überzeugte sich selbst von der Qualität des workshops und ihr war es als ehemalige Lehrkraft an der SAS eine besondere Freude, ehemalige Schüler so aktiv bei diesem hochaktuellen Thema erleben zu dürfen.
Nach einem Tag Arbeit begreifen unsere GMK-Kurse die Wirtschafts- und Finanzkrise als ein Dauerthema mit schweren gesellschaftlichen Folgewirkungen. Unsere Schüler sind sich der Folgen für die Sozialstruktur und für die Ressourcen auch im Bildungswesen sehr bewußt.
"Schade, daß die Leute sowenig darüber wissen", meinte Robert, " denn wir müssen die Kosten schultern, ob wir wollen oder nicht".
V.i.d.S. MzN



