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Aktuell

Wozu sind wir auf Erden? - Patrozinium 2012

Die Anworten auf diese katechetische Grundfrage sind vielfältig:

…geboren um zu leben / Mit den Wundern jeder Zeit, / Sich niemals vergessen / Bis in alle Ewigkeit./
… geboren um zu leben / Für den einen Augenblick / Weil jeder von uns spürte / Wie wertvoll das Leben ist.


Der bekannte Song der Gruppe „Unheilig“ ist eine der zahlreichen Antworten, die im heutigen Gottesdienst in der evangelischen Hauptkirche St. Petri zur Sprache kamen. Auch machten die den Gottesdienst mitgestaltenden Schüler deutlich, welche Bandbreite von Antworten ihnen bei einer zuvor durchgeführten Passanten-Umfrage in der City begegnete: religiös, naturwissenschaftlich oder einfach hedonistisch: „Wir sind auf der Erde um Spaß zu haben…“. Auch Frage der Tauglichkeit der im neuen Jugendkatechismus Youcat gegebenen Antwort wurde von den Jugendlichen thematisiert, ehe Jugendpfarrer Sellenschlo das von den Schülern Präsentierte im Lichte des Evangeliums mit Blick auf das vorbildliche Leben Ansgars betrachtete. Ein Gottesdienst, der zum Nachdenken anregte mit besinnlichen und fröhlichen Elementen. Lang andauernden Beifall gab es für die Abschiedsworte unseres ehemaligen Stellvertretenden Schulleiters Herrn Rothehüser.
Die Sankt-Ansgar-Schule dankt der Gemeinde St. Petri für ihre Gastfreundschaft und die Grußworte von Hauptpastor Störmer.

Jürgen Brinkmann, Beauftragter für die Schulseelsorge | kk Öffentlichkeitsarbeit an der SAS
 

Entspannung für Leib & Seele

Im Jugendhaus St. Benedikt des Klosters Nütschau erholten sich die Schüler der VS-Klasse zusammen mit ihrem Klassenlehrer (Hr. Schulz) von den Strapazen des 1. Schulhalbjahres an der SAS sowie - auf dem Foto zu sehen - bei leckerem Kuchen von einem strammen Marsch über 20 Kilometer. Obgleich der eine oder andere zwischendurch mal schwächelte: Niemand gab auf, alle kamen ans Ziel.

Ein hoffentlich gutes Omen für den weiteren Weg an der SAS.

Jürgen Brinkmann, Beauftragter für die Seelsorge an der SAS
 

CCH-Ball 2012

 

Claus-Peter Lieckfeld zu Gast im Literarischen Café der SAS

Zwei Lesungen und Signierstunden Erst am 21.12.2011 war der Neubau unserer Schule in „Friedrich-Spee-Haus“ umbenannt worden. Schon drei Wochen später konnten wir den bekannten Autor und Journalisten Claus –Peter Lieckfeld für zwei Lesungen aus seinem Roman „Anwalt der Hexen – Pater Spee“ im Rahmen des Literarischen Cafés begrüßen. – Friedrich Spee von Langenfeld, geb. 1591 , ab 1610 Jesuit, wirkte als Lehrer und Geistlicher, Barock – Dichter, Humanist: Er ist der Protagonist des Romans.

Gut 70 SchülerInnen, Eltern, LehrerInnen und Freunde unserer Schule nahmen Dienstagabend an der Lesung aus dem spannenden Roman teil, knapp hundert SchülerInnen und LehrerInnen am Mittwochvormittag. Hautnah schildert Claus- Peter Lieckfeld Szenen aus dem Dreißigjährigen Krieg, mit viel Empathie lässt er sich auf Spee ein, der „zwischen Zorn und Zärtlichkeit“ lebte, wie es im Klappentext heißt. Der Autor liest aus einem Kapitel, in dem sein Protagonist Spee ein Gespräch mit einer als Hexe zum Tode verurteilten Frau am Abend vor ihrer Verbrennung führt. – Wir tauchen ein in eine Zeit der Grausamkeit und der Unmenschlichkeit. Wir erleben Köln, in jener Zeit eine der bedeutendsten und größten Städte des Reiches, vor Feinden am besten durch hohe Stadtmauern geschützt und als uneinnehmbar geltend, pulsierend, viele Flüchtlinge leben hier. Der 83 Kapitel umfassende Roman liest sich einfach gut, ist spannend und flüssig in einer durchaus eigenwilligen und nicht anbiedernden Sprache geschrieben.
Claus Peter Lieckfeld, ein sympathischer offener Norddeutscher, lebt heute am Ammersee in Bayern und macht in Hamburg Station für die beiden Lesungen an der SAS , begleitet von seiner Frau. Er erzählt in beiden Veranstaltungen – also am Abend des 10. und am Vormittag des 11. Januars – von Friedrich Spee von Langenfeld, von der Faszination, die dieser Jesuit auf ihn ausgeübt und die ihn zum Schreiben motiviert hat, vom Entstehen des Buches, auch von den Schwierigkeiten, einen geeigneten Verlag zu finden. Claus – Peter Lieckfelds Oeuvre ist sehr umfassend: Er ist Journalist Schriftsteller, Chefredakteur der Buchreihe des WWF, arbeitete für GEO, DIE ZEIT, mare, Merian, die Süddeutsche Zeitung, schrieb historische Romane, Erzählungen, Theater und Kabarett – Texte für das Düsseldorfer Ko(m)mödchen und für den Scheibenwischer.
Für beide Veranstaltungen nahm Claus – Peter Lieckfeld kein Honorar, dafür ein ganz besonderer Dank.
Unser Dank gilt – das sei zum Neuen Jahr einmal ausdrücklich gesagt – allen, die das Literarische Café in den vergangenen 12 ½ Jahren immer wieder „hinter den Kulissen“ unterstützt haben: Gabriele Faltermeier und Regina Lemkau, die die Einladungen schreiben und entwerfen, Herr Brühl, der den hinteren Teil der Pausenhalle immer entsprechend herrichtet, bestuhlt, mein Kollege Knud Kamphues, der für die PR auf der Homepage sorgt, die KollegInnen, die die Einladungen verteilen, die literaturinteressierten SchülerInnen, die das LC besuchen… Mein besonderer Dank in diesem speziellen Fall gilt Frau Spohra, die den Kontakt zu Claus – Peter Lieckfeld herstellte und mit sehr viel Verve, guter Laune und Engagement die beiden Veranstaltungen begleitete.

Helge F. Sturm | Jutta Spohrer

„UNGARN - Von der lustigsten Baracke des Ostblocks zum Sorgenkind in der EU“ ist der Titel unserer nächsten Veranstaltung im Literarischen Café am 27. März. mit Dieter Vehmeyer.
Eine Veranstaltung zum Thema Philosophie mit Franz-Joseph Faupel ist für das Frühjahr angedacht, eine Lesung mit zwei sehr bekannten Hamburger Schauspielerinnen für den Frühsommer.
 

Wohin steuert Syrien?

Das Profil VI mit Frau Dr. Meyer zu Natrup sucht Antworten. Die Referentin Frau Makdissi hat selbst lange in Syrien gelebt, erklärt die ethnische und politische Vielfalt Syriens, die unterschiedlichen Blöcke in der Oppositionsbewegung und erklärt, warum die jungen Leute gegen Korruption und gegen die militärischen und politischen Führungskader kämpfen. Die Kernfrage, ob und wie der Westen mit der NATO in die syrische Demokratiebewegung eingreifen soll, bleibt auch hier schwer zu beantworten. Dabei sind u.a. die tiefverwurzelten Feindschaften zwischen Schiiten, Alawiten und Sunniten für uns Europäer schwer nachvollziehbar. Am Beispiel Syriens lernen wir, wie komplex der Nahe Osten sicherheitspolitisch ist. Akteure, Ziele, Methoden und Risiken in den sog. Demokratiebewegungen sind für uns Mitteleuropäer außerordentlich schwer zu verstehen.
Deshalb brauchen wir Seminartage wie diese und sind dankbar für diese Chance, mehr Einblick zu gewinnen in einen Prozess, der die Welt verändern wird.

Dr. Meyer zu Natrup, Januar 2012
 

Vorbilder und Nachmacher

Feierliche Enthüllungen am Friedrich-von-Spee-Tag
Sankt-Ansgar-Schule, 21.12.2011. Dieses Jahrzehnt scheint keine Zeit zu sein für leuchtende Vorbilder. Plagiatoren stolpern über die eigene Gedankenarmut, Staatenlenker über die Verachtung ihrer eigenen Völker. Da war es mutig, unser neues Gebäude nach einem Menschen zu benennen, dem unser kollektives Gedächtnis überraschend wenig Erinnerungsraum lässt: Friedrich von Spee, Jesuit (1591-1635). Am Mittwoch wurde an der ganzen Schule die vierte Stunde als „Spee-Stunde“ gestaltet, sowohl in den Klassen und Kursen als auch in einer kleinen Liturgie in der Kapelle und im Eingangsbereich des Spee-Hauses, deren Höhepunkt die Enthüllung eines von Tanh-Huyen Nguyen unter Mithilfe von Claudia Blazejczyk und Nancy Twork (3. Semester) hergestellten Gemäldes des Jesuiten war. Es ging darum, das Vorbildhafte dieses wirksamsten Kritikers der mittelalterlichen Hexenprozesse in die Gegenwart zu spiegeln und wie dies wohl am besten geht, zeigte uns der Pater selbst, als er plötzlich in der Kapelle auftrat, im langen, schwarzen Talar, ernst, aber zugewandt: Aus seinem „güldnen Tugendbuch“ las er das eindringliche Gleichnis vom Mühlstein und dem Spinngewebe vor.
„Ich frage [euch]: Wenn ein großer, mächtiger Mühlstein vom Himmel herunterfiele und … ihr ein großes, dicht gewirktes Spinngewebe ausbreitet, um ihn aufzufangen, damit er wie ein Ball zurückspringe, würde der Mühlstein sich halten lassen? Oder würde … er alles zerreißen, indem er durch das Netz hindurchfiele?...
Der Mühlstein zerreißt mit einem Ruck das Spinngewebe. …
… Recht geantwortet! Nun merkt [euch]: Alle unsere Schuld und Missetaten sind gegen die Barmherzigkeit unseres allmächtigen Gottes nicht anders zu rechnen als ein Spinngewebe gegen den … Mühlstein.“
Anschließend bemerkte er ernüchtert, dass er wohl noch heute gebraucht werde, weil noch immer zu viel von Schuld und Sündhaftigkeit und zu wenig von Gottes Liebe und Barmherzigkeit gesprochen werde. Die Mächtigen damals und heute sind von dem begnadeten Prediger und Lyriker und von dem engagieren Mahner gegen die Inquisition und die Fehlorientierungen der Gegenreformation wenig begeistert, sonst würden wir heute nicht bloß seine Weihnachtslieder singen, sondern uns auch an seinen Namen erinnern. Seinen Glauben an die alles verändernde Kraft der Liebe Gottes nachzumachen, ist alles andere als ein Plagiat – es fordert die ganze Person und schenkt, wovon man nie genug bekommen kann, selbst an Weihnachten: Glücksgefühle.

ag | kk
 

O Heiland reiß' die Himmel auf – Adventsveranstaltung der KSJ

Ist es vermessen, Jugendliche danach zu fragen, was ihnen Hoffnung verleiht? Gilt doch die Jugend gerade als Hoffnungsträger einer Gesellschaft. Obwohl: In einer Umgebung, die zunehmend von der Krise spricht, in der traditionelle Deutungsmuster nicht mehr funktionieren und in der trotz all der Unterhaltungsangebote nicht mehr länger über die Ungewissheit der Zukunft hinweggetäuscht werden kann – hat nicht gerade die Jugend ein Recht darauf, in ihrer Suche nach Hoffnung ernst genommen zu werden? Aus dieser Überlegung heraus lud die KSJ diesen Advent Schüler dazu ein, miteinander Texte zu teilen, die Mut machen, der Wirklichkeit in ihrer Fragwürdigkeit zu trauen.
Um dem Bild Friedrich von Spees, das als Titel der Veranstaltung fungierte, ein wenig näher zu kommen, fand das Gespräch in 109 Metern Höhe auf dem Turm der Michaeliskirche statt. Und tatsächlich: War Hamburg an jenem Dienstag durchweg in Nebel gehüllt, riss dieser gut eine Stunde vor unserer Veranstaltung gleichsam wie in Spees Gedicht auf. Bei kristallklarer Aussicht auf die nächtliche Hansestadt vermittelte so bereits das Ambiente, dass allein ein Perspektivwechsel, die schlichte Erhebung aus dem Alltag, die Welt in einem anderen Licht erscheinen lassen kann: Die Geschäftigkeit der Einkaufspassagen, das Gedränge auf den Straßen, die Sorgen in der Schule – all das kann für einen Moment in eine wohltuende Distanz geraten, in der die Undurchschaubarkeit der Welt, das vermeintlich Chaotische in eine tröstende Ordnung geraten darf.
Gleichermaßen fasziniert wie durchfroren versammelte sich die Gruppe nach einer Stunde auf der Aussichtsplattform im darunterliegenden Café, um sich darüber auszutauschen, was den einzelnen Hoffnung gibt. Textbeispiele aus der Literatur, der Popkultur und dem Fernsehen hatten bei all ihrer Wertschätzung der Erfahrung von wahrer Freundschaft und dem daraus resultierenden Vertrauen das Nachsehen. Ganz im Sinne Sean Saures muss demnach gesagt werden, dass die größten Menschen diejenigen sind, die anderen Hoffnung geben können. Ergo: „Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt, die euch erfüllt.“ (1 Petr 3,15)

Frater Simon Lochbrunner SJ | KSJ Hamburg | Bürgerweide 33 | 040 253034-0
 

Triptychon

„O Heiland, reiß die Himmel auf“ - das bekannte Kirchenlied des Jesuitenpaters Friedrich von Spee begleitet uns weiterhin durch den Advent. Jüngst haben wir den Titel in unserer Schulkapelle visualisiert, indem drei Bilder aufreißender Wolken vor dem weißen Triptychon installiert wurden. Hier wird am Mittwoch um 11.10 Uhr die kleine Feier zur Namensgebung unseres um den Anbau erweiterten Neubaus – das Friedrich-Spee-Haus – beginnen. Geladen sind die Klassensprecher und Elternvertreter. Zeitgleich wollen wir in der 4. Unterrichtsstunde in den Klassen und Kursen mit Hilfe unseres kleinen Spee-Heftes zum Thema arbeiten und das Wirken des Jesuitenpaters ins Bewusstsein der Schüler heben.

Jürgen Brinkmann, Beauftragter für die Schulseelsorge
 

Advent 2011

Eine ganze Reihe von Veranstaltungen begleiten den Advent an der Sankt-Ansgar-Schule:

freitags um 8 - adventliche Morgenandacht in der renovierten Schulkapelle

mittwochs 7.20 Uhr Messe mit P. Adler SJ im Kerzenschein für Frühaufsteher
in der Schul-Kapelle mit anschließendem Frühstück (Aushänge beachten)

KSJ Themenabend
"O Heiland reiß' die Himmel auf"
Wir wollen an diesem Abend Texte miteinander teilen, die von Hoffnung sprechen. Bringt einen Text mit, der Euch wichtig ist, und der Euch auch durch dunkle Zeiten trägt.
Um ein besonderes Setting zu haben, werden wir den Turm der Michaeliskirche besteigen und einen einmaligen Ausblick über den Dächern Hamburgs haben!
Für alle Schüler ab der 10. Klasse. Bei Fragen: frater@ksj-hamburg.eu

Spee-Stunde
In einer Stunde im Advent (Aushänge beachten) seid ihr eingeladen, mit eurem Fachlehrer über Friedrich von Spee und das Thema des Advent ins Gespräch zu kommen.

Gottesdienste am 13.12. genaue Termine hier
 

Buchempfehlungen

Der Grundkurs Deutsch des dritten Semesters hat unter Anleitung seines Kursleiters Helge Sturm eine bemerkenswerte Liste mit Buchempfehlungen zusammengestellt. Das Ergebnis stellen wir hier vor.
 

Impressionen vom Adventskonzert 2011

 

Master der Erkenntnis

Vier Hamburger Schulen und ein Strang: Teilchenphysik Masterclass und Teilchenphysik. Viel mehr als diese zwei Stichworte hatte Marlo nicht und mehr brauchte es auch nicht, um den Zehntklässler frühmorgens in Bewegung zu bringen. Gemeinsam mit fünf weiteren Mitschülern vom Gymnasium Grootmoor im Norden in die Sankt Ansgar Schule im Zentrum. „Keine Ahnung, was mich hier erwartet“, sagt der 14jährige. Aber irgendwie findet sich das schon, so wie der neue Teampartner Niklas aus der neunten Klasse des Gymnasiums Süderelbe, der jetzt neben Marlo sitzt und mit ihm auf den schwarzen Bildschirm mit weißen Kreisen, bunten Vierecken und Strahlenbündeln schaut.
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Wunsch-Räume werden wahr

Adventlicher Kollegiumsausflug mit basisdemokratischer Zielbestimmung
Sämtliche Vorschläge unserer vierköpfigen Organisationsgruppe für Kollegiumsausflüge und –feiern waren verlockend genug, um die Wahl zur Qual zu machen. Dem Sieger der Abstimmung, Ulrich Tukur und seinen Rhythmus Boys, mag der Promi-Bonus des bewunderten Schauspielers zum nicht allzu deutlichen Sieg verholfen haben – als Lehrer ist man ja nebenberuflich immer ein bisschen Laiendarsteller und man schaut sich vom Profi gern etwas ab. Bevor unsere von ähnlich erfolgreichen Vorgängerveranstaltungen schon gründlich gruppendynamisierte Truppe jedoch die Fahrt zum bedeutungsschwangeren Veranstaltungsort antrat, galt es Essen zu fassen, und zwar nicht zu knapp: Die adventlich dekorierte Caféteria lud zu Kaffee und Weihnachtsstollen ein, anschließend gab es ein schmackhaftes Buffet für die „Normalen“ und ein vegetarisches für die „anderen“ – vermutlich ebenso schmackhaft, aber die Normalen durften dort nicht naschen. Kollegium, „Alt-Kollegium“, Referendare und Sekretariat wurden von der Orga-Gru liebevoll betreut und auch mit ein wenig schlechtem Gewissen versorgt (120 l Wasserverbrauch für 1 kg Kaffee!), aber nur mit ein wenig (Rotwein aus Südafrika ohne Angabe der Transportölliter). Anschließend ging es ins St. Pauli Theater, das einen passgenauen Rahmen abgab für Tukurs Interpretation deutscher, englischer, italienischer und französischer Schlager der 1920er bis 1940er Jahre. Ebenso schmissig wie die Musik waren die Ein- und Überleitungen, deren Leichtigkeit die Illusion eines improvisierten Abends verschaffte. Zwar sollte Tukur das Singen auf Französisch und Italienisch besser lassen, nicht nur des Akzents halber – ihm fehlt auch das morbide Pathos, mit dem sich ein Berlusconi jahrzehntelang ertragen lässt – , doch bleibt uns seine letzte Zugabe unvergesslich, eine poetische Instrumentalversion von ‚La Paloma‘, die so schmerzhaft schön illustrierte, dass Hamburg ein doppelter Sehnsuchtsort ist: herbeigewünschter Heimathafen und Sprungbrett zur Welt.
Herzlichen Dank, liebe Orga-Gru, Frau Dr. Meyer zu Natrup, Frau Severin-Reinowski, Herr Krumrey und Herr Sturm, ihr habt unsere Wunsch-Räume erfüllt.

Andreas Goletz-de Ruffray | kk
 

Vorlesewettbewerb 2011

Mit großem Engagement haben die 6. Klassen den diesjährigen
Vorlesewettbewerb ausgetragen. Bereits in den Vorrunden in den einzelnen Klassen gab es einen spannenden Wettkampf der Mitschüler. Dabei wurden acht Klassensieger ermittelt: In der 6a Theresa K., Max S.A.; in der 6b Anika P., Maxim U.; in der 6c Dominik J, Alexsandra K. und in der 6d Miriam F. und Tin L. Am 28.11. fand dann die entscheidende Runde statt. Zuerst lasen die Kinder einen gut vorbereiteten Romanauszug nach eigener Wahl. Alle anderen Kinder der 6. Klassen hörten angespannt zu. Dann ging es in die nächste Runde. Hier nun musste ein unbekannter Text präsentiert werden! Gute Unterhaltung für zwei Stunden, aber keine leichte Entscheidung für die Jury. Doch zwei Teilnehmerinnen überzeugten besonders. Am Ende erzielte Aleksandra K. den zweiten Platz und Theresa K. den ersten. Die Siegerin wird unsere Schule auf der nächst höheren Ebene vertreten. Viel Erfolg und herzlichen Glückwunsch allen Teilnehmern! Das Foto zeigt die Teilnehmern mit ihren Buchpreisen, die beiden Siegerinnen in der Mitte.

Wd |kk
 

Mini-Dom-Fieber

Unser Schulfest am 18.11. - ein Jahrmarkt des Schullebens
Friedrich-Spee-Haus, 18.11.2011. So ähnlich müsste Schule aussehen, wenn sie nur Spaß machen würde: Geschäftig rennen fröhliche Kinder und Jugendliche durch Klassenzimmer und Flure, durch Pausenhalle und Caféteria, Musik- und Kunstsäle. Im kreativen Chaos wird musiziert, vorgelesen, gebastelt, "speed-gedated" und verkauft - die Ankündigung des von Fanfaren begleiteten Marktschreiers zu Beginn des Mini-Doms stimmt: "Wir sehen schon der Leute Strom/ zum Basteln, Naschen, Spielen streben". Von außerordentlich schmackhaften, hausgemachten Kuchen und Torten, frischen Waffeln bis hin zu herzhaftem Gegrillten gab es Essbares in Hülle und Fülle, dazu allerlei Getränke. Selbstgemachtes wurde, teils wunderschön präsentiert, mit viel Elan und Engagement angepriesen: "Kaufen Sie, das ist alles mit viel Liebe gemacht - naja, das dort ist mit etwas weniger Liebe gemacht, dafür ist es viel billiger!" Vieles war einfach nur schön, manches schön gemeint. Viele Aktivitäten spiegelten wider, was ohnehin zum Schulleben gehört, im normalen Betrieb allerdings durch den Unterricht behindert: Speed-Dating, Fühlspiele, Zielkrampenschießen. Letzteres übrigens im Vergleich zum Dosenwerfen wegen der Plastikbecher angenehm geräuscharm. Die Wiederbelebung einer vorübergehend schlummernden Tradition darf als geglückt bezeichnet werden, und auch wenn das ein oder andere noch optimierbar erscheint - so viel Aufregung und Freude in so wenig Raum schafft nur das Mini-Dom-Fieber.

Andreas Goletz de Ruffray
 

Financial Times

Die führende deutsche Wirtschaftszeitung des Verlaghauses Gruner und Jahr ( 400 feste Mitarbeiter) ist schon imposant, wenn man die Menschenströme ein- und ausgehen sieht. Wir werden von Frau Jäckel, Chefin vom Dienst (CvD), empfangen und in die Arbeitsweise der Zeitung eingeführt.
Im Redaktionsraum dürfen wir an der Konferenz teilnehmen, per live-Zuschaltung sind wir mit Frankfurt und Berlin verbunden: in einer echten Nachrichtenkonferenz! Die meisten jüngeren Redakteure haben nicht Journalismus studiert, sondern rekrutieren sich mehrheitlich aus den gängigen Studienfächern. Die Konferenz erleben wir zunächst mit einer kurzen Blattkritik der aktuell erschienenen Zeitungsausgabe; danach stellen die Ressortleiter die Themen für die nächste Ausgabe vor. Der stellvertretende Chefredakteur Stefan Weigel lädt uns abschließend zu einer Fragestunde ein. Er notiert sehr genau die Argumente unserer Profilschüler, Abstand von Abonnements zu nehmen. Jugend und Printmedien: das wird auch für die Financial Times eine neue Herausforderung.

Dr. Meyer zu Natrup
 

Würgeschlangen, Rochen und Vieraugenfische

Wir, der BCS Kurs Klasse 10 von Frau Hadzik, haben am Donnerstag den 03.11.2011 das Tropen-Aquarium im Hagenbecks-Tierpark besucht. Unser Rundgang begann auf dem verlassenen Madagaskar-Dorfplatz, wo wir von den Kattas, bunten Loris und frei laufenden Echsen neugierig beobachtet wurden. Weiter ging es dann durch einen Dschungel-Pfad, der uns an Echsen und Schildkröten entlang führte. Wir konnten dort die größten Würgeschlangen der Erde, Rochen und Vieraugenfische beobachten. Etwas weiter gab es eine Forschungsstation, an der wir viele interessante Dinge über die verschiedensten Tiere erfahren haben. Wenn man von einer Brücke hinuntersah, konnte man Nilkrokodile beim Schwimmen oder beim Ausruhen beobachten. Unser Rundgang führte uns dann weiter tief unter die Erde. Wir betraten eine Höhle, in die sich oft die Riesenschlangen zurückzogen. Nacktmullen und Spinnen konnte man bei ihrem natürlichen Verhalten zusehen. Das absolute Highlight war aber die Unterwasserwelt. Wir konnten uns vor einem riesengroßen Aquarium mit Panoramascheibe auf den dort gegebenen Sitzplätzen ausruhen und viele Fische, unter anderem Leopardenhaie, bei ihrer Fütterung zusehen.

c.h. 4.11.11
 

Seminartag Gesundheitsforschung

„Moderne Gesundheitsforschung: Ihre Aktionsfelder, Ziele und Bedeutung für die Praxis“ - so lautete der Titel eines Seminartags in der Katholischen Akademie, an dem 2 Profilkurse des 1. Semesters zusammen mit Schülergruppen der Gelehrtenschule des Johanneums und des Niels-Stensen-Gymnasiums teilnahmen. Nach einem Einführungsvortrag hatten die Schüler Gelegenheit
in kleinen Arbeitsgruppen verschiedene Aktionsfelder neuerer Gesundheitsforschung von führenden Wissenschaftlern - quasi aus erster Hand - nahe gebracht zu bekommen: aktuelle Grundlagenforschung im Bereich der Alzheimer-Erkrankung, der Herstellung von Herzgewebe mittels Stammzellen, HIV-Therapien, genetische Testreihen zur Seuchenabwehr, Tierversuche. Mögliche ethische Bedenken wurden in einer Arbeitsgruppe ausdrücklich zum Thema gemacht.
Die in den Arbeitsgruppen gewonnenen Einsichten wurden den anderen Seminarteilnehmern durch eine kurze Präsentaton (s. Foto) zur Verfügung gestellt. Die Teilnahme an einer öffentlichen Podiumsdiskussion mit 2 Medizinern und einem Ethiker, moderiert von dem ehemaligen Ansgar-Schüler Martin Spiewak, Redakteur der ZEIT, rundete den Seminartag ab; vor allem die Frage nach einer „Ethik des Handelns“ in Anbetracht der vielfältigen neuen medizinischen Möglichkeiten wurde in diesem Zusammenhang aufgeworfen.
Für die Schüler war es ein anspruchsvoller und anstrengender Tag, der ganz sicher einen kleinen Vorgeschmack auf die universitäre Auseinandersetzung mit gesellschaftlich relevanten Themen bot.

Jürgen Brinkmann, Lehrer im Profil „Leib&Seele“
 

Allerseelen

Mit einer besinnlichen Hl. Messe, zelebriert von P. Adler SJ, haben wir an Allerseelen in der renovierten Schulkapelle unserer Verstorbenen gedacht. Der Abschluss des Gottesdienstes fand vor der neuen Andachtsnische statt, musikalisch umrahmt durch ein von Herrn Hamborg vorgetragenes Cello-Stück. Schüler wie Lehrer hatten nun Gelegenheit mit einem Teelicht die Verbundenheit zu einem verstorbenen Menschen auszudrücken, für ihn zu beten. Während des weiteren Schulvormittags folgten viele Schüler in Freistunden und Pausen der Einladung Teelichter aufzustellen.

Jürgen Brinkmann | kk
 

Frühstück deluxe

Sichtlich wohl fühlte sich auch Weihbischof Dr. Jaschke, Schirmherr des Hamburger Wohlfühlmorgens, bei seinem sonnabendlichen Besuch in der Sankt-Ansgar-Schule. Bereits zum 4. Mal waren Obdachlose und Arme eingeladen, es sich für einige Stunden gutgehen zu lassen. Die Führung des Marriott- und Renaissancehotels, Frau Marx (li) und Herr van Rossen (re), ließ es sich nicht nehmen höchstpersönlich das erstklassige Frühstück mit auszugeben.
Schülerinnen und Schüler unseres Profilkurses „Leib & Seele“ halfen einmal mehr eifrig mit!

Jürgen Brinkmann, Beauftragter für die Schulseelsorge an der SAS
 

Stellaner Cup 2011

Sport – Spiel – Spannung – Spaß in St. Blasien im Schwarzwald Christian, Leon, Ivana und Franziska (alle 10a), Marianna und Olivia (beide 10b), Hubert und Miguel (beide 10c) waren unsere schlagkräftigen Allround-Sportler für die Teilnahme am diesjährigen Stellaner Cup. Am Donnerstag, dem 22. September, machten sich außer uns auch 8 Jungen und Mädchen mit ihren Begleitern aus Kopenhagen, aus Bonn und Berlin nach St. Blasien auf den Weg, um dort um den begehrten Cup der Jesuitenschulen zu kämpfen. Müde von der langen Bahnfahrt wurden wir herzlich im Kolleg begrüßt und mit einem leckeren und fürstlichen Abendessen im Fürsteneck (Speisesaal im riesigen Kollegsgebäude) erst einmal gestärkt. Unsere Mädchen bewohnten schmucke Einzelzimmer im Franzosenbau (Mädchentrakt des Internats) direkt neben dem eindrucksvollen Dom und die Herren logierten im Klosterhotel gegenüber. Um 8.00 Uhr begannen am Freitag die Wettkämpfe in der großen Sporthalle. Nach dem spannenden Volleyballturnier (2. Platz) und dem etwas ernüchternden Fußballturnier draußen bei herrlichem Wetter auf Kunstrasen (3. Platz) mussten wir am Nachmittag in der schuleigenen Schwimmhalle unsere Wasserkünste unter Beweis stellen. Hier wurden uns deutlich unsere Grenzen aufgezeigt – wir soffen wahrhaftig, nicht nur bildlich ab. Der enttäuschende 4. Platz ist ein deutliches Ergebnis der vor 10 Jahren an unserer Schule ersatzlos gestrichenen Schwimmausbildung. Nach dem anstrengenden Tag wurden alle 5 teilnehmenden Wettkampfgruppen abends mit einem Bus zu einer original Schwarzwälder Vesper in einen urigen Gasthof in Staufen eingeladen. Das typische Menu stieß nicht bei jedem auf Begeisterung – Fast Food ist eben etwas anderes. Am Samstag war dann die Leichtathletik gefragt. Bei morgens nur 5 Grad war Start für den 100-Meter-Lauf. Kugelstoßen und Weitsprung waren weitere Disziplinen, bei denen wir uns recht wacker schlugen. Herausragend waren dann aber Leons Hochsprungleistung (2. Platz mit 1,49 m) und Huberts Speerwurf (1. Platz mit 31 m). So sicherten wir uns im Endergebnis aller Wettkämpfe den 3. Platz, gewannen einen kleinen Pokal und wurden noch mit extra angefertigten T-Shirts überrascht. Am Nachmittag stand dann das Highlight der ganzen Fahrt auf dem Programmzettel. Sechs Busse fuhren nach Freiburg zur Vigil für die Jugend mit Papst Benedikt XVI. Wir hatten so gute Plätze auf dem riesigen Gelände gefunden, dass der Papst bei seiner Anfahrt durch die Menge in fünf Metern Abstand an uns vorbeifuhr – ein Papst zum Anfassen. Nach Einbruch der Dunkelheit waren das Lichtermeer der Kerzen, die tief gehenden Gebete und die Ausstrahlung unseres Papstes wirklich beeindruckend, was an den vielen verklärten Gesichtern abzulesen war.

Ch. Lüders | kk
 

Rom 2011

Unsere Reise begann um 4 Uhr morgens am heimischen Flughafen. Mancher war todmüde, mancher hellwach. Begleitet wurden wir von Frau Hüßner, dem ehemaligen SAS-Schüler Andreas Wittrock und natürlich Herrn Linger, welcher uns zu jedem Fleckchen in Rom etwas erzählen konnte. Im Laufe der Woche nahmen wir nicht nur an der Generalaudienz des Papstes teil, sondern besichtigten auch das Kolosseum, den Circus Maximus, die vatikanischen Museen, die sixtinische Kapelle und vieles mehr. Vor allem bekamen wir viele der schönen, pompösen und zahlreichen Kirchen, die es in Rom gibt, zu Gesicht. Am letzten Tag trafen wir den Leiter des deutschsprachigen Zweiges von Radio Vatikan: Pater Hagenkord, den ehemaligen geistlichen Leiter der KSJ. Abends setzten wir uns auf die Dachterrasse unserer Unterkunft und genossen den sagenhaften Ausblick über ganz Rom.

Philippe
 

Barcelona

Die Erlebnisse der letzten drei Tage waren fantastisch, atemberaubend, lustig und vielfältig. Wir haben einen kleinen Einblick in die besondere Stadt Barcelona bekommen, indem wir nicht nur auf Floh- und Lebensmittelmärkten einkaufen, sondern auch bummeln auf den Ramblas und im Hafen, sonnen am Strand und natürlich die ungewöhnliche Architektur des alten und modernen Barcelonas bewundern konnten. Das Meiste machen wir zu Fuß, erreichbar ist fast alles, wenn wir nur manchmal nicht so gehfaul wären. Vor allem weil unsere Lehrer ein ganz ordentliches Tempo vorlegen. Außergewöhnliche Highlights waren bisher neben dem Gottesdienstbesuch in der Kathedrale und den verschiedenen bunten und belebten Plätzen der nächtlich illuminierte Torre Akbar, Wasserspiele und das jährlich stattfindende Stadtfest zur Ehren der Jungfrau La Mercé.

 

25 Jahre später

Am sonnigen Nachmittag des 24. Septembers trafen die 86er Abiturienten auf dem Hof ihrer alten Schule ein und sofort begann das gegenseitige Taxieren: „Wer bist denn du?“ Nach fröhlichem Wiedererkennen folgten stehenden Fußes die Erinnerungsschmankerl an den einen oder anderen Lehrer, von denen einige noch im Fotoschaukasten neben dem Sekretariat wiedererkannt wurden. Nach einer kleinen Einführung im Bistro des Lehrerzimmers durch den Schulleiter, der als Deutsch- und GMKlehrer einige der Herren unterrichtet hatte, erfolgte der obligatorische Rundgang durch die Schule: Der Physikraum wurde nicht nur als unverändert wahrgenommen, sondern auch am Geruch erkannt. Der dritte Stock „Bio und Chemie“ allerdings wurde in seiner Veränderung ebenso bestaunt wie die neu renovierte Kapelle und die Räumlichkeiten des Friedrich-Spee-Hauses.
Dem Treffen an der alten Schule folgte ein Abend der Erinnerung in der „Ständigen Vertretung“.

Stz. 9/29/2011
 

Die GAPPies lassen grüssen

Die erste Woche ist fast um und sie steht für uns an der North High School ganz im Zeichen der Homecoming Week, d.h. wir erleben hautnah, wie die amerikanischen Schüler sich auf das kommende Schuljahr einstimmen, mit Sportwettkämpfen gegen andere High Schools, mit Mottotagen, wie wir sie von unseren Abiturienten kennen, oder mit dem Bemalen der Schaufenster in der Innenstadt (siehe Foto), damit für die Parade am Freitag alles schön bunt geschmückt ist.
Gestern Abend haben wir einen Small Games-Wettkampf miterlebt, in dem die vier Jahrgänge, jeweils in ihren Farben Rot, Grün, Gelb und Lila gekleidet, gegeneinander angetreten sind, um echt rohe Eier von einer Seite der Turnhalle auf die andere zu bugsieren (das ging, wie ihr euch ja denken könnt, nicht ohne Unfälle ab ;), die Lehrer haben hinterher aufgewischt), Luftballons der Gegner - natürlich auch in den entsprechenden Farben - zu zerplatzen, auf Vier-Mann-Skiern oder im Kartoffelsack schneller als die Gegner zu sein und das Ganze unter dem unterstützenden Gebrüll, Getröte, Getrampel der Zuschauer und von Cheerleadern und Trommlern begleitet - das absolute Spektakel! Meine Ohren sind heute noch taub.
Mal sehen, ob nächste Woche der Alltag erlebbar wird. Bis dahin, lasst es euch gut gehen - wir tun's auch!
Ha, 9/22/2011
 

50 Jahre Mauerbau!

Das Datum führt uns mit dem 1.Semester nach Berlin. Berlin mit unseren GMK-Schülerinnen und Schülern: das ist auch immer wieder verstehen, wie die STASI mit Kindern und Jugendlichen umgegangen ist. Neben Stadtrundfahrt und der "Gedenkstätte Berliner Mauer" hat v.a. das STASI-Gefängnis historische Wahrheiten nähergebracht, von denen wir im Unterricht erfahren hatten, aber die "Tuchfühlung" wie hier macht die jüngste deutsche Geschichte anschaulich. Die Mauer an der Bernauer Strasse führt vor Augen, was bis 1961 und danach Menschen versucht haben, dem Regime zu entkommen. Dr. Duemmel berichtete mithilfe echter Kartei- und Registrierkarten der STASI, wie schnell man als Schüler in den Fokus der STASI gelangen konnte. Dabei schaffen es Zeitzeugen wie er, eine Diktatur zu erklären: bei 16 Millionen Einwohnern beschäftigte die Staatssicherheit 174 000 informelle Mitarbeiter und 94 000 Offiziere. Es war ein programmgefüllter Tag, die Dimensionen der "lebenden deutschen Geschichte" müssen später im Unterricht verarbeitet werden. Berlin: das ist Konfrontation mit Diktatur und ihr Umgang mit Menschenrechten.

Dr. Meyer zu Natrup
 

young leaders

Am 16.September 2011 fuhr ich zum zweiten Mal zur Young Leaders Akademie nach Berlin. Als ich ein paar Wochen zuvor die Einladung zu dem Workshop bekam, bewarb ich mich prompt, denn schon die erste Akademie in Koblenz war total spannend, informativ und toll gewesen und ich hatte viele nette Menschen kennengelernt. Mit der Zusage in der Tasche brachte mich die Deutsche Bahn in unsere Hauptstadt. Kaum im Hotel, gab es auch schon Abendessen und die erste Möglichkeit die anderen 24 Teilnehmer kennenzulernen. Dabei traf ich zwei mir bekannte Gesichter wieder, die ich von der Young Leaders Akademie in Koblenz her kannte. Am Samstag folgte der erste Vortrag mit dem Thema "Soziale Marktwirtschaft oder totaler Wohlfahrtsstaat - was wollen wir? -Mehr Freiheit oder mehr Gleichheit? -Mehr Wettbewerb oder mehr Regulierung? -Mehr Innovation oder mehr Subvention?" Lars Vogel Diplom-Volkswirt und von der Ludwig-Ehrhard-Stiftung e.V. gab uns spannend und informativ einen Überblick über dieses Thema. In der anschließenden Disskussion konnten wir dann auch unsere unterschiedlichen Meinungen darlegen. Nach dem Mittagessen folgte der Radioworkshop. Bei strahlendem Sonnenschein fuhren wir zum Radiosender ALEX Offener Kanal Berlin. Dort hörten wir einen Vortrag zum Thema "Methodik der Journalismus: Interviews, Reportagen, Kommentare" von der Journalisten und Unternehmerin Janine Koska. Sie gab uns vor allem die erste Einweisung in das Thema Radio, denn unser Ziel war es ja heute eine eigene Radiosendung zu erstellen. Eines der Themen für die Radiosendung war der Vortrag der dann folgte "Rahmenbedungungen einer neuen Sicherheitspolitik: Bundeswehr und Auslandseinsätze - Widerspruch oder logische Konsequenz?". Dieser Vortrag faszinierte mich ungemein, da Oberstleutnant Kühnke sehr offen und persöhnlich über die Bundeswehr und Auslandseinsätze sprach. Im Anschluss folgte dann der Workshop. Sechs verschiedene Gruppen erarbeiteten ein Bereich der Radiosendung. Meine Gruppe machte ein Interview mit einem Jugendoffizier der Bundeswehr. Am Abend als wir zusammen unsere fertige Radiosendung im Studio hörten waren wir schon ein wenig stolz auf uns. Ein Telefoninterview mit einem Offizier in Afghanistan, ein Bericht mit einem Kommentar über die Bundeswehr in Afghanistan die News des Tages, eine Umfrage zur Akademie und "mein" Interview. Sonntag morgen gab es dann den letzten Vortag von dem Berliner Strafrichter Klaus-Peter Jürcke zum Thema Ethik: Gut oder Böse - relativ oder absolut? Für mich war das der absolute krönende Abschluss der Akademie. Herr Jürke hatte seinen Vortrag sehr offen gestaltet und so konnten wir uns mit einmischen, eigene Ideen nennen und natürlich diskutieren. Nach dem Mittagessen verabschiedeten wir uns dann schweren Herzens und fuhren in unseren jeweiligen Teil von Deutschland zurück. Doch schon bald gibt es für uns die Möglichkeit uns wieder zu sehen - am 7.10 -9.10 findet in Paderborn der Jugend Presse Kongress teil.

Antonia Brandt 3. Sem.
 

Offene Schnürsenkel und illegaler Gegenwind

Halb Sport, halb Fest: die Bundesjugendspiele der Sankt-Ansgar-Schule
Sportanlage Hammer Park, 13.09.2011. Es muss nicht immer alles perfekt sein, um der Schnellste oder die Beste zu sein, wie schon Jan Ullrich und Usain Bolt bewiesen haben: Ersterer gewann das Tour-de-France-Zeitfahren 1996 mit Knitterkäppi gegen die Weltelite mit futuristischen Aero-Helmen, letzterer holte die Goldmedaille 2008 mit halboffenen Schnürsenkeln und obwohl er schon 20 Meter vor dem Ziel des 100-Meter-Sprints die Arme zum Jubeln hochriss. Dass das keine Sieggarantie ist, merkten heute so manche Frühjubler unter den Schülern, die aber sämtlich das Ziel nach 50, 75 oder 100 Metern erreichten, ohne eine Pause gemacht zu haben – und das bei zeitweise geradezu illegalem Gegenwind, der uns aber vor Regen bewahrte und gegen Mittag auch Sonnenflecken schenkte. Genauso ging es in den anderen leichtathletischen Disziplinen (Mittelstrecke, Werfen, Springen) zwar auch um sportliche Leistung, doch ebenso um den Spaß des Wetteiferns miteinander. Davon könnten viele Erwachsene und unsere humorlose Wettbewerbsgesellschaft einiges lernen, z. B., wie die Balance zu halten ist zwischen homo ludens und homo sapiens, oder dass Bewegung und Anstrengung an sich Freude machen und nicht bloß, weil sie belohnt werden. Und dass auch Schulsportleistungen starke Gefühle bereiten können, war zu hören, als die Unterstufenstaffeln an den von Klassenkameraden dicht besetzten Tribünen vorbeijagten: schöner klingt keine Singvögelkolonie, wenn der Falke am Waldrand entlangstreicht.

ag | kk
 

Gespaltenes Land: wie war es wirklich in der DDR?

Siegmar Faust, 1944 in Dresden geboren, berichtet unserem 1. Semester in PGW über sein Leben in der DDR und über seine Erfahrung mit der STASI. Wegen "konterrevolutionären Balladen" wird er vom Studium am Leipziger Literaturinstitut ausgeschlossen, jahrelang abgehört und schließlich wegen "staatsfeindlicher Hetze" verhaftet. Nach seiner Kellerhaft darf er 1976 in den Westen ausreisen. Nach seiner Tätigkeit als Geschäftsführer der Gedenkbibliothek Berlin wurde er Sächsischer Landesbeauftragter für die Unterlagen der Staatssicherheit, später Geschäftsführer des Menschenrechtszentrums Cottbus.
Siegmar Faust erklärt, warum "Vergangenheit auch immer irgendwo auf der Welt die Gegenwart" ist. Er stellt sich unterschiedlichsten Schülerfragen und erklärt immer wieder die Besonderheit der STASI und warum die Gefängnisse - für den Freikauf - so voll belegt wurden. Besonders warnt er aber eindringlich vor jeder Personenverherrlichung in totalitären Staaten. Die Diskussion mit den Schülern mündet mit einem Plädoyer für die Demokratie, verstanden als situatives Handeln und eben nicht als "paket all inclusive". Viel Kraft, Geist und gutes historisches Wissen sei dabei unerlässlich. Dank der Adenauer-Stiftung stand der Referent uns einen ganzen Vormittag zur Verfügung. Mit Siegmar Faust als Stasi-Opfer konnten wir die jüngste deutsche Geschichte sehr anschaulich machen.

Dr. Meyer zu Natrup
 

Was lange währt, wird endlich gut...

Am Donnerstag war es endlich so weit: In einer feierlichen Eucharistie mit Benediktion wurde unsere Schulkapelle durch Herrn Erzbischof Dr. Werner Thissen wiedereröffnet. Es konzelebrierten Msgr. Mies, Vorsitzender des Schulverbandes (und ehemaliger Ansgar-Schüler !), P. Sylvester und Pfr. Dr. Bystron von den italienischen bzw. polnischen Missionen, die traditionell Gastrecht in der Kapelle haben, sowie P. Adler SJ als rector ecclesiae. Zum Abschluss des Gottesdienstes zog die feiernde Schulgemeinde (geladene Gäste sowie Eltern-, Schüler- und Kollegiumsvertreter) hinaus auf den Schulhof, wo sich mittlerweile alle Schüler und Lehrer versammelt hatten. Vom Dach der Sporthalle aus spendete der Erzbischof allen Anwesenden den Segen.

Mit der nach einem Entwurf des renommierten Architekten Herrn Dörnen (Mariendom!) umgestalteten Kapelle erhält die Schule einen wichtigen Raum der Sammlung, des Gebetes und der gemeinsamen Feier zurück. Die Neugestaltung fördert – wohl stärker als bisher – die Konzentration auf das Wesentliche. Die Kapelle hat ihren traditionellen Charakter und Wiedererkennungswert nicht eingebüßt, weist aber erkennbar neue Akzente auf, wie den um einige Stufen abgesenkten Altarraum mit neuem Altar und neuem Ambo, den kleinen Vorraum zur Sammlung, die Andachtsnische, das moderne Triptychon an der Rückwand und die Parkettinsel als Ersatz für einige der Bankreihen. Auch die aufwändig restaurierten Fenster, die damit harmonierende Farbe der Wände, die geölten Bänke, das dimmbare Licht und schließlich die Klänge der reparierten Orgel verleihen dem Raum frischen Glanz und neue Tönung. Es liegt jetzt an uns diesen ästhetisch überzeugenden Raum anzunehmen und ihn in unserem Schulalltag mit Leben zu füllen.

Eine ausführliche Darstellung unserer alten/neuen „Mitte“ wird sich im nächsten SAS- Journal finden.

Jürgen Brinkmann, Beauftragter für die Schulseelsorge an der Sankt-Ansgar-Schule | kk
 

Chile 2011

Es ist der 28.05.2011. Angespannt sitzen wir am Airport Hamburg und warten auf unser Flugzeug. Zunächst hatten wir sehr gemischte Gefühle. Auf der einen Seite freuten wir uns auf Chile, endlich unsere Austauschschülerinnen kennen zu lernen mit denen wir vor Monaten schon Kontakt aufgenommen hatten und bei Facebook bzw. Skype geredet hatten. Auf der anderen Seite hatten wir ein mulmiges Gefühl was uns erwarten wird. Der Abschied war besonders schwer, doch dann ging alles ganz schnell: Tickets holen, Check-in, Gepäckabgabe und schon sitzen wir im Flugzeug. Als wir schließlich in Chile ankamen, waren wir sehr aufgeregt endlich unsere Familien zu treffen bei denen wir 2 1/2 Monate verbringen sollten. Wir wurden sehr freundlich empfangen. Im Laufe des Tages hatten wir dann genug Zeit auszupacken und uns mit unseren Familienmitgliedern zu unterhalten und zu essen. Die Familien waren uns von Anfang an sehr symphatisch. Dann konnten wir das Wochenende erstmal mit unserer Gastfamilie verbringen bis dann der erste Schultag in Chile bevorstand.
Am Montagmorgen waren wir aufgeregt, wie die anderen uns aufnehmen werden, doch in der Klasse aufgenommen, begrüßten uns alle freundlich und stellten uns vor. . Bei den Unterrichtsfächern konnte man sich kaum beteiligen außer den Fächern Deutsch, Englisch und Mathe. Aber man konnte mit Absprache mit unserer Ansprechpartnerin Fr. Labra auch für ein paar Stunden in die Bibliothek oder ins Casino, so wie dort die Kantine genannt wird. Nach 3 Wochen Unterricht hatten wir 3 Wochen Sozialpraktikum in einem der größten Altersheime in Chile. Mit der Kommunikation war es manchmal schwer, da dort keiner Deutsch sprach. Doch alles in einem war es interessant zu sehen wie unterschiedlich man in Südamerika und Europa lebt. In der Anfangszeit mussten unsere Austauschpartner sehr viel lernen und somit konnten wir uns unter den Deutschen treffen oder mit anderen Chilenen. Meistens sind wir zur Mall (Einkaufszentrum) oder ins Zentrum gefahren. Ein viel besuchter Ort waren auch die „Ferias“ in denen typische Souverniers und jeglicher Schnickschnack für Freunde und Verwandte verkauft werden. An der Nordentour haben wir leider nicht teilgenommen, was wir im Nachhinein ziemlich bereut haben, da alle anderen davon sehr geschwärmt haben. Aber Fr. Labra hat uns sonst auch noch einen Ausflug organisiert, zu einem Ort der „Isla Negra“ heißt an den wir mit allen Deutschen in einem Bus dort hingefahren sind um ein Museum am Meer zu besuchen. Das Meer muss man mal gesehen haben, denn es ist nicht mit der Nordsee zu vergleichen. Alle schwärmen auch vom Sommer in Chile. Hier gibt es tatsächlich fast jedes Wochenende irgendeinen Geburtstag zu feiern oder einfach aus Lust und Laune eine Party zu organisieren, die meistens in den Häusern von Freunden stattfindet. Die Eltern sind meistens dabei, und halten sich im Haus auf, falls ein Notfall eintrifft oder schauen vorbei, ob alles in Ordnung ist. Die Schule in Chile ist sehr organisiert und hat einen riesigen Sportplatz, ein Schwimmbad und ein Basketballfeld. In der Deutschen Schule Valparaíso ist Schuluniform Pflicht, sowie Höflichkeit und Engagement. Im Großen und Ganzen, haben wir den Aufenthalt in Chile sehr genossen und würden jeder Zeit wieder zurückfahren.

Viktoria, Katerina, Dominique

 

Die Römer kamen

Am 10. September 2011 im Matthias-Claudius-Gymnasium wurde die Antike wieder lebendig: bereits zum zehnten Mal feierten die Sankt-Ansgar-Schule sowie sechs weitere Hamburger Gymnasien mit altsprachlichen Bildungsgängen "das größte Schulfest Hamburgs", den Römertag. Hunderte von Aktiven und mehr als 40 Latein- und Griechischlehrkräfte aller beteiligten Schulen präsentierten ein vielseitiges Programm mit zahlreichen Aktivitäten zum Zuschauen, Ausprobieren und Mitmachen.
 

Im Rudel durchs Dorf und die Sau aufs Dach

Gruppendynamik pur beim Kollegiumsausflug nach Stade
Stade, 17.8.2011. Wären Bildung und Erziehung eine Sportart, müsste man wohl von einem Mannschaftssport sprechen, der von einzelnen ausgeübt wird. Dass es sich im Rudel besser heulen lässt, hat sich längst auch unter uns pädagogischen Einzelkämpfern herumgesprochen, zumal ein wesentlicher Unterschied zwischen Lehrern und Terroristen darin liegt, dass letztere von Sympathisanten umgeben sind. So wurde der diesjährige, revolutionärerweise am Schuljahrsanfang liegende Ausflug nach Stade von aktuellen und ehemaligen Kollegen mit Ungeduld erwartet.
Als kleiner Geniestreich erwies sich der nach der vierten Unterrichtsstunde in den Lehrerzimmern bereitgestellte kleine Imbiss, an dem auch die ansonsten wegen schulischer Termine Verhinderten noch teilnehmen konnten. Außerdem konnte sich das Rudel so noch ein wenig beschnuppern, bevor das heimische Revier in kleinen Jagdgrüppchen verlassen werden musste. Die Nahrungsmittelzuteilung erfolgte ganz in klösterlicher Tradition: zu wenig zum Sattwerden, zu viel zum Verhungern – nicht ungeschickt, denn ein voller Bauch wandert nicht gern und für den Abend lockte schon ein solides Festmahl auf der Stader Insel.
Ökologisch korrekt (von einer kleinen Gruppe Umweltbanditen abgesehen) ging es weiter mit U-Bahn und Metronom, dessen zweite Etage himmelweit über die platten Marschlande rechts und links des Bahndamms hinausragte und schwindelerregenden Weitblick sowie luftige Gespräche gewährte. Am Fuße der Stader Altstadt angekommen schwärmten wir aus in die überschaubare Bahnhofshalle, die wenig Essbares bot – die beiden freundlichen Fremdenführer der Stade-Tourismus GmbH waren tabu. Also sublimierten wir unsere Fresssucht in schlichten Wissenshunger und lauschten unserem Faktotum, dessen Telefonat mit den orientierungslosen Umweltbanditen in den hinteren Reihen schon als etwas strukturloser Vortragsbeginn wahrgenommen wurde. Dann aber ging es richtig los und Herr F. begann mit seiner Lieblingsfrage: „Ich fang dann mal an, ist das okay?“ Klar, zumal seine Bemerkung zum die Stader Stadttore symbolisierenden Kunstwerk mit solidarischem Kopfnicken begleitet wurde: „Ich hab‘ das nie verstanden“. Gar nicht norddeutsch kühl wurde uns die wechselvolle Stader Geschichte anhand herausragender Bauten nähergebracht. Herrn F.s sympathischer Lokalpatriotismus war aufrichtig gastfreundlich und durchaus weltoffen tolerant…, wären da nicht die Schweden gewesen, die zwar Zeughaus und Schwedenspeicher hinterließen, aber mit 1000 Soldaten und nur 700 Frauen aufkreuzten und – die Entrüstung war ehrlich, auch wenn das alles ein wenig zurückliegt – „aufgenommen werden mussten, privat!“ Zur Entwicklung späterer Herrscherdynastien wurden auch biologische Erklärungen geliefert: „und, bums, nach neun Monaten kam das Kind zur Welt“. So gingen wir durch die historische Altstadt und der Vortrag bis in die Gegenwart, bis zum herben Verlust eines Stader Ratsherrn, des Herrn Rieckhof, der nun Hamburg, zum Glück die „schönste Stadt der Welt“, mit seiner Sparsamkeit beehrt. Wir sind freundlich-ernst geblieben und haben ihm nicht verraten, warum Dozenten und Fremdenführer selten Lehrergruppen mögen: Die lieben nämlich die Regression auf die Schülerrolle; was ja durchaus die Empathie mit den (partiell) Bildungswilligen verstärkt.
Nicht bei allen blieb auch nach der Stadtführung der Bildungshunger vorherrschend und so strebten nur die besonders Zähen in die sehenswerte Picasso-Ausstellung im Kunsthaus. Kleinere Rudel griffen die in friedvoller, kleinstädtischer Zartheit daliegenden Cafés und Eisdielen an oder plünderten die Schokoladenschätze der Hansestadt. Abends aber scharrten sich wieder alle um den stürmischen Leitwolf des Tages, dessen überlegenes Organisationstalent vermutlich sogar die Rückkehr des Sommers vorausgesehen hatte. Die abendliche Speisung fand unter einem warmen Reetdach, in würdiger, fachwerklicher Ummauerung statt, und jeder bekam, was er wollte, zügig und solide zubereitet. Diesmal wurde eine weniger spartanische klösterliche Tradition befolgt: das Mahl als Gemeinschaftserlebnis. Die Tischrede des grauen Leitwolfs traf alle ins Mark: „Wir sind zusammen alt geworden“ hieß es da, und das sei ja nicht mehr zeitgemäß. Aber natürlich hatte er recht, auch wenn ‚älter‘ statt ‚alt‘ jünger (und damit wahrer) geklungen hätte: Eine kollegiale Solidargemeinschaft aller Lehrer und Mitarbeiter, wie sie die Ansgarschule seit Jahren auszeichnet, sucht man an vielen Schulen vergeblich. Das zeigen die Treue und die bleibende Nähe der Ehemaligen ebenso wie die Stimmung an solchen Tagen, die auch dazu helfen, die unvermeidliche Sau gelegentlicher Konflikte nicht lange durchs Dorf laufen zu lassen, sondern gleich auf das Dach zu treiben – wie der Stader Schlachter Bömmelburg.

ag | kk
 

Erinnerungsbaustein

Für unsere neuen 5.-Klässler stand der gestrige Tag ganz im Zeichen des „Bausteins“.
Im Eröffnungsgottesdienst erzählte ihnen Pater Adler wie wichtig ein gutes Fundament ist, und dass nur im Zusammenhalt vieler Steine ein sicherer Bau gelingen kann. Am Ende des Gottesdienstes nahm jedes Kind einen Baustein mit. Paten und Klassenlehrer begleiteten die neuen Ansgarschüler zur Schule, wo sie vom Chor, den Bands und einem Theaterstück der 7d in Empfang genommen wurden.
Der Schulleiter sprach von den Träumen und Zielen der neuen Schülerinnen und Schüler für sich selbst und die Gemeinschaft. Der Baustein soll sie immer an diese Ziele erinnern und ihnen sagen: „Ich will“ und mit Blick auf die Klassengemeinschaft: “Wir wollen“.Vielleicht wird in einigen Jahren noch auf manchem Schreibtisch ein Erinnerungsbaustein liegen.

Die Angar-Schule wünscht ihren neuen 5.-Klässlern einen guten Start und viel Erfolg.

Hm
 

Kraftquelle Alltag

Im Schuljahreseröffnungsgottesdienst der Sekundarstufe I geht es um unsere Wurzeln im wirklichen Leben Domkirche Sankt Marien, 11.08.2011; herzerwärmende Szenen spielen sich auf dem Vorplatz des Mariendoms in Hamburg St. Georg ab: Annette springt Miguel an den Hals, den sie sechs Wochen lang vermisst hat; Schüler – mit durchaus hoffendem Blick – fragen Lehrer, ob sie auch im neuen Schuljahr ihre Fachlehrer bleiben; Lehrer freuen sich über Kinder, die selbst in diesem miesen Sommer gereift zu sein scheinen. Nach dem klassenweisen Einzug in die renovierte Domkirche behandelt der Gottesdienst das Motto „Vom Wachsen“ in drei Texten: in lebensfeindlicher Oasenumwelt reift eine Palme zu einem mächtigen Baum, weil es ihr gelingt, die sie umgebenden Kraftquellen zu erschließen; Gott rettet die in die Wüste geflüchteten, über die Entbehrungen der neuen Freiheit murrenden Israeliten, indem er eine Quelle sprudeln lässt; das Gleichnis vom winzigen Senfkorn, das sämtliche Informationen in sich trägt, um im Energiefluss der Umwelt zu einer mächtigen Pflanze heranzuwachsen, deutet Kaplan Oliver Meik, selbst ehemaliger Ansgarschüler, als Bild für die Entwicklung des Menschen aus einem nur Millimeterbruchteile großen Zellverband. Wer es schafft, den Alltag, also auch Schule, als Kraftquelle zu erschließen, wird wachsen, wird dem ihm eingeprägten Entwicklungsplan auch gegen Widerstände folgen. Die gute Botschaft ist kein Stein auf den Kopf, sondern ein Wegweiser zu den Quellen. Die Messe hat uns wieder an die besondere Chance – und Verpflichtung – christlicher Schulen erinnert: die Würde des Menschen in immer anderen und neuen Bildern zu beschreiben.

ag | kk